Von der Stellenausschreibung, über die Sichtung der Bewerbungsunterlagen bis hin zum Vorstellungsgespräch – vor Abschluss eines Arbeitsvertrages erhalten Arbeitgeber und Arbeitnehmer die Gelegenheit die Konditionen des Arbeitsverhältnisses auszuhandeln. Sobald sich die Vertragsparteien einig geworden sind, kann der Arbeitsvertrag aufgesetzt werden. Doch was gehört in einen Arbeitsvertrag? Hier wäre zu unterscheiden zwischen grundlegenden Inhalten, die in jedem Arbeitsvertrag stehen sollten und besonderen bzw. optionalen Vereinbarungen. Übrigens: Auch die mündliche Zusage des Arbeitgebers nach einem Bewerbungsgespräch begründet rechtlich gesehen einen Arbeitsvertrag. Die Schriftform ist also für eine Anstellung nicht zwingend erforderlich. 

Schriftlicher Arbeitsvertrag

Von einem Arbeitsvertrag per Handschlag ist allerdings abzuraten. Zumal das Nachweisgesetz ohnehin vorsieht, dass der Arbeitgeber die wichtigsten Punkte des Arbeitsverhältnisses schriftlich festlegen muss. Spätestens einen Monat nach Arbeitsaufnahme müssen die wesentlichen Inhalte des Arbeitsvertrages in Schriftform vorliegen. Ansonsten kann das für den Arbeitgeber erhebliche Nachteile haben. Denn dann gilt eine Umkehrung der Beweislast. Beruft sich der Arbeitnehmer beispielsweise auf ein angeblich vereinbartes hohes Gehalt, muss der Arbeitgeber den Gegenbeweis für diese Behauptung antreten. Ein schriftlicher Vertrag ist also immer vor Arbeitsantritt zu empfehlen. Die grundlegenden Elemente eines Arbeitsvertrag ergeben sich in erster Linie aus den gesetzlichen Bestimmungen in § 2 Nachweisgesetz. 

Grundlegende Inhalte eines Arbeitsvertrages

Neben dem Namen und der Anschrift der Vertragsparteien muss auch der Zeitpunkt des Beginns des Arbeitsverhältnisses aufgeführt werden. Ganz wichtig: Ein befristeter Arbeitsvertrag muss immer schriftlich abgeschlossen werden, ansonsten gilt das Arbeitsverhältnis automatisch als unbefristet. Und: Die vorhersehbare Dauer der Befristung muss ebenfalls festgelegt werden. Mit einer Angabe des Arbeitsortes erhalten beide Seiten eine Sicherheit darüber, wo der Arbeitnehmer eingesetzt werden darf. Es können auch mehrere Arbeitsorte in den Vertrag aufgenommen werden, beispielsweise, wenn es mehrere Filialen gibt. Ein weiterer Bestandteil des Arbeitsvertrages ist ein kurzer Umriss der Arbeitsaufgaben. Bei der Formulierung der Tätigkeitsbeschreibung genügt eine kurze Beschreibung. Der wichtigste Punkt für den Arbeitnehmer ist in der Regel die Vergütungsregelung. Hier muss drin stehen, wie hoch das Grundgehalt ist und unter welchen Umständen noch Zuschläge, Zulagen oder Prämien anfallen. Bei Sonderzahlungen muss auch die Fälligkeit festgelegt werden. Die Fälligkeit des regulären Arbeitsentgelts ist ansonsten in § 614 BGB geregelt. Da der Arbeitnehmer in Vorleistungspflicht gehen muss, wird das Gehalt in der Regel am ersten Tag des Folgemonats fällig. Wenn etwas anderes gelten soll, muss dies im Arbeitsvertrag stehen. Auch Urlaubstage, Kündigungsfristen und Arbeitszeiten müssen laut Gesetz schriftlich festgehalten werden. 

Weitere Punkte im Arbeitsvertrag

Zu den wesentlichen Vertragsbedingungen eines Arbeitsvertrages kommen in der Regel noch weitere Inhalte hinzu. Die Frage:“Was muss im Arbeitsvertrag stehen?“ kann man daher nicht pauschal beantworten. Die Ausgestaltung des Vertrages orientiert sich an den Wünschen der Vertragsparteien. Zum einen ist bei den meisten Arbeitsverträgen die Vereinbarung einer Probezeit vorgesehen. Laut Gesetz muss nämlich eine Kündigungsfrist von mindestens vier Wochen eingehalten werden, wenn eine Probezeitvereinbarung fehlt. Üblicherweise wird in den ersten Monaten geprüft, ob der Mitarbeiter wirklich in den Betrieb passt. Die Kündigung innerhalb der Probezeit muss nicht begründet werden. Allerdings sollte die Probezeit nicht länger als sechs Monate betragen, da nur innerhalb dieses Zeitraums der gesetzliche Kündigungsschutz ausbedungen ist. Enthält der Arbeitsvertrag eine Probezeit, kann die Kündigungsfrist auf zwei Wochen reduziert werden. 

Insbesondere bei Teilzeitarbeitsverhältnissen darf eine Regelung zur Nebentätigkeit des Arbeitnehmers nicht fehlen. Stellen Sie klar, ob der Arbeitnehmer weitere Tätigkeiten für andere Unternehmen oder als Selbstständiger erbringen darf. Allerdings ist zu beachten, dass eine Nebentätigkeit nur verweigert werden darf, wenn hierdurch die Arbeitspflichten beim Hauptarbeitgeber beeinträchtigt werden. In dem Zusammenhang sollte auch die Frage des Wettbewerbsverbots angesprochen werden.