Sie wollen ein Einfamilienhaus, eine Wohnung oder ein Zimmer vermieten? Dann haben Sie sich sicher schon die Frage gestellt: Welcher Mietvertrag ist der beste? Aus Vermietersicht ist diese Frage sicher in der Regel anders zu beurteilen, als aus Mietersicht. Während Vermieter und Mieter bei der Gestaltung von Mietverträgen über Gewerberäume einen weitgehenden Spielraum haben, gibt es für Wohnungsmietverträge viele Einschränkungen.

Formularklauseln im Wohnungsmietvertrag 

Wenn Sie einen Muster Mietvertrag zur Vermietung von Wohnraum verwenden, dann fällt das Formular rechtlich gesehen unter den Begriff der Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB). Egal, ob Sie zum ersten Mal vermieten oder bereits mehrere Mietverträge abgeschlossen hatten. Unklarheiten bei AGB gehen immer zu Lasten des Verwenders. Das bedeutet, dass diese Klausel im Zweifel unwirksam ist. Auch wenn der Mieter durch eine Klausel unangemessen benachteiligt wird, darf der Vermieter sich nicht darauf berufen. Um nicht in solche Vermieterfallen zu tappen, sollte man sich zunächst einmal im Klaren darüber sein müssen, welche Art von Mietverhältnis abgeschlossen werden soll. 

Die meisten Mietverhältnisse werden ohne zeitliche Befristung abgeschlossen. Ein unbefristeter Mietvertrag kann von Seiten des Mieter jederzeit mit der gesetzlichen Kündigungsfrist von drei Monaten gekündigt werden. Und zwar ohne Angabe eines Kündigungsgrundes. Die Kündigung durch den Vermieter gestaltet sich schwieriger. Denn diese ist nur möglich, wenn einer der im BGB aufgeführten Gründe vorliegt, wie beispielsweise Eigenbedarf. Eine außerordentliche Kündigung ist allerdings jederzeit möglich, wenn der Mieter gegen seine mietvertraglichen Pflichten verstößt und mehr als zwei Monate mit der Miete im Rückstand ist. 

Besondere Mietverhältnisse

In vielen Fällen haben Mieter und Vermieter aber auch gar kein Interesse daran, einen unbefristeten Mietvertrag abzuschließen. Etwa dann, wenn der Vermieter die Wohnung in absehbarer Zeit für sich selbst nutzen möchte oder der Mieter den Wohnraum nur vorübergehend benötigt. In den Fällen ist ein Zeitmietvertrag die beste Lösung. Denn hier endet das Mietverhältnis ohne dass es einer Kündigung bedarf automatisch nach der im Vertrag bestimmten Dauer. Sollte sich nach Ablauf der Befristung für beide Mietvertragsparteien der Wunsch nach einer Verlängerung ergeben, dann ist das jederzeit möglich. Eine Sonderform des Zeitmietvertrages ist der Mietvertrag auf Lebenszeit. Da die Befristung auf Dauer für den Mieter als vorteilhaft angesehen wird, ist es unbeachtlich, dass das BGB einen Zeitmietvertrag auf Lebenszeit nicht aufführt. Nur Vereinbarungen, die für den Mieter von Nachteil sind, haben rechtlich keinen Bestand. Denn in der Regel ist daher nur noch eine außerordentliche Kündigung möglich oder ein einvernehmlicher Aufhebungsvertrag. Problematisch werden solche Mietverträge insbesondere dann, wenn der Mieter pflegebedürftig wird. Aus Vermietersicht, sind solche auf Lebenszeit befristeten Mietverträge selten das die beste Option.