Das Gesetz kennt zwei Wege zu einem formwirksamen Testament: Das handschriftliche und das notarielle Testament (auch öffentliches Testament genannt). Wichtig: Wer nicht selbst mit der Hand schreiben kann, muss ein
notarielles Testament aufsetzen.

Worauf muss ich beim handschriftlichen Testament achten? Wichtig ist, dass das gesamte Testament – von der ersten bis zur letzten Zeile – von Hand geschrieben und unterschrieben ist. Sie sollten auch durch eine entsprechende Überschrift deutlich machen, dass es sich um Ihren letzten Willen handelt, also “Mein Testament” oder “Mein letzter Wille”. Falls das Testament mehrere Blätter umfasst, sollten Sie die Seiten nummerieren und am besten verbinden.

Muss man Ort und Datum auf dem Testament vermerken?

Sie sollten mindestens das Datum auf dem Testament vermerken, am besten auch den Ort! Ein Testament ist
zwar generell auch ohne die Angabe von Ort und Datum gültig, aber in der Praxis wird die Wirksamkeit des Testaments trotzdem oft davon abhängen. Denn wenn es mehrere Testamente gibt, dann gilt immer das, welches zuletzt erstellt wurde. Falls dies auf anderem Wege nicht eindeutig festgestellt werden kann, dann gilt immer das datierte Testament als wirksame letztwillige Verfügung.

Wann ist man testierfähig?

Neben den formellen Eckpunkten, kommt es auch darauf an, ob die Person, die das Testament aufsetzt überhaupt testieren darf. Laut Gesetz ist jeder Mensch, der das 16. Lebensjahr erreicht hat testierfähig. Minderjährige dürfen allerdings
noch kein handschriftliches Testament aufsetzen, sondern müssen zu einem Notar gehen. Achtung: Wer bereits einmal ein gemeinschaftliches Testament oder sogar einen Erbvertrag aufgesetzt hat, ist häufig (je nach Inhalt) an diese Verfügung gebunden, also nicht mehr testierfrei. In diesem Fall müsste diese alte Verfügung durch Widerruf nichtig gemacht werden. Meist geht das nur mit Zustimmung des damaligen Partners.

Wer krankheitsbedingt unter einer Störung der Geistestätigkeit leidet und dadurch nicht in der Lage ist, die Bedeutung eines Testaments abzusehen, ist nicht testierfähig.

Eine Person gilt solange als testierfähig bis das Gegenteil bewiesen wurde. Selbst wer unter gesetzlicher Betreuung steht oder unter Demenz leidet, kann noch in der Lage sein, seinen Willen bezüglich der Nachlassverteilung zu bilden.

Was ist ein öffentliches Testament?


Ein öffentliches Testament wird bei einem Notar errichtet. Sie können entweder dem Notar einen verschlossenen Umschlag gegeben und zu Protokoll geben, dass dieser Ihren letzten Willen enthält. Oder Sie können das Testament direkt beim Notar errichten. Dies hat den Vorteil, dass dieser Sie umfassend darüber beraten muss, ob die von Ihnen gewünschte Regelung rechtlich überhaupt möglich ist. Wer sich bezüglich der Testamentsgestaltung unsicher ist, erhält beim Notar eine rechtliche Auskunft über die Gestaltungsmöglichkeiten.